Goethe in Weimar
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Als der 26 jährige Goethe 1775 von Frankfurt nach Weimar kam,
bedurfte er zunächst einer Wohnung. Logierte Goethe anfangs in Stadthäusern, galt seine
Sehnsucht jedoch einem Quartier fern aller höfischen
Zwänge. Der Herzog Karl August erwarb für den Freund ein
Grundstück mit einem kleinen Haus nahe der Ilm, im heutigen Park gelegen und schenkte
es Goethe im April 1776. Das Gartenhaus bewohnte Goethe über sechs Jahre, und auch nach
seiner Übersiedlung in das Haus am Frauenplan 1782
blieb der " untere Garten" für den Dichter der "geliebte
Zufluchtsort".
Zarte Zeichnungen der ihn umgebenen Landschaft, des
jahreszeitlichen Wechsels der Natur sowie einige seiner Naturgedichte wie "An den
Mond" und "Rastlose Liebe" sind mit dem Leben im Gartenhaus verbunden. Die
Arbeit am "Wilhelm Meister" und die Vollendung der Prosafassung der
"Iphigenie" im März 1779 gehören in diese Zeit. Hier empfing er Charlotte von
Stein.
Nach der Italien Reise begann in diesem Hause die Liebe
zu Christiane Vulpius, seiner späteren Frau. Eines der schönsten Liebesgedichte "Gefunden", ist diesem Erlebnis gewidmet. Die
Inneneinrichtung ist wie auch im Haus am Frauenplan anspruchslos-bescheiden. Im
Erdgeschoß gibt es eine Küche und ein "Erdsäälgen". Einfache Egerländer
Bauernmöbel und zwei große Stadtprospekte von Rom bestimmen den Charakter der Raumes. Im
Obergeschoss finden sich Wohn-, Arbeits-, Bibliotheks- und Schlafzimmer. Zeichnungen
Goethes, Thüringer Landschaftsdarstellungen, Zeugnisse naturwissenschaftlicher und
amtlicher Tätigkeit, sind hier ausgestellt. Für das Schlafzimmer genügten Möbel, die,
zusammenklappbar auf Reisen mitgenommen wurden.
Goethe und Schiller
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