Goethe und seine Dichtungen
 
 
Sein Leben - geboren am 28.08.1749 in Frankfurt am Main, gestorben am
22.03.1832 Weimar - ist von frühester Jugend bis ins höchste Alter von
der Lyrik, der strophischen Dichtung geprägt. Neben seinen Dramen, Ro-
manen schuf dieses lyrische Werk neue Maßstäbe. Bereits während seines
Studiums in Leipzig schrieb J.W. von Goethe Gedichte, die eine souveräne
Beherrschung der Techniken galanter Poesie zeigen. Während seiner
Straßburger Zeit lernte er das Volkslied kennen und schreibt Eindruck
schlicht - volksliedhafte Verse. In Goethes Lyrik der Sturm - und
Drang - Zeit ist nichts von dichterischer Beschaulichkeit zu finden, da drängt
die Leidenschaft. Liebe ist für ihn verstärktes Lebensgefühl, sie wird
in ihrer Widersprüchlichkeit bejaht. 1772 wieder in Frankfurt, ist Goethe wegen
seiner Arbeit am Reichskammergericht unglücklich und versucht auf
Wanderungen einen Ausgleich zu finden. Seine Gedichte werden hymnischer.
Zu den Höhepunkten seiner Sturm - und Drang  - Lyrik gehört "Prometheus",
das Gedicht, das menschliches Selbstbewußtsein als oberste Gottheit ansieht.
1775 lädt Herzog Karl August den inzwischen durch seien Werther berühmten
Dichter nach Weimar ein. 1786 unternimmt Goethe eine Reise nach Italien.
Eine neue Epoche beginnt in seinem Schaffen. Die "Venetianischen Epigramme"
zeigen in disziplinierter klassischer Form, wie weltoffen Goethe die neuen
Eindrücke aufnahm. 1790 entstehen die "Römischen Eligien" ein Zyklus von
20 Gedichten. Der Titel läßt elegische Trauer erwarten, doch schon August
Wilhelm Schlegel schrieb: "Sie sind im Ton meistens munterer, als man
ihm selbst bei den alten Elegikern gewohnt ist". In den neunziger Jahren
wandte sich Goethe immer stärker klassischer Dichtungsformen zu.
Bei seinen Zeitgenossen fand er wegen seines "Heidentums" oft wenig
Gegenliebe, das gilt vor allem für das gewagte Thema "Der Gott und
die Bajadere". Sehr beliebt war und ist  heute noch "Der Zauberlehrling",
an alle adressiert, die Meister sein wollen, ohne das Werkzeug zu beherrschen.
Schillers Tod traf Goethe schwer und es entstehen Dichtungen voller Symbolik,
nicht immer leicht verständlich. Zu poetischen Ereignissen wurden die "Sonette"
und der "West - östliche Divan".
Bei Goethes Gedichten bestimmt statt der Gefühlsbeschreibung das eigene Erlebnis
die Form des Gedichtes. "Das Gedicht legitimiert sich also nur noch durch seinen
künstlerisch - ästhetischen Rang, der in der vollkommenen Übereinstimmung von
Gehalt und Gestalt liegt. Diese individualistische Kunstauffassung, die die end -
gültige Absage an die Regelpoetik darstellt, gilt letzlich bis heute"
 
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